BMW hat am Abend des 3. November 2026 erneut eine Gewinnwarnung ausgesprochen – die zweite in diesem Jahr. Der Münchner Autobauer kappt seine Prognose für das Autogeschäft drastisch: Die operative Marge soll 2026 nur noch zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen. Damit droht dem Kerngeschäft rechnerisch sogar ein Verlust. Die Meldung kam nur einen Tag vor der Vorlage der Quartalszahlen – und sie zeigt, wie tief der Umbau bei BMW inzwischen in die Bilanz schneidet.
Die Gewinnwarnung im Überblick
| Unternehmen | BMW Group (Marken BMW, Mini, Rolls-Royce), Sitz München |
| Datum der Warnung | 3. November 2026 (Ad-hoc-Mitteilung, abends) |
| Betroffenes Segment | Automobile (Autogeschäft) |
| Neue Prognose EBIT-Marge 2026 | minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent |
| Alte Prognose (seit Juni 2026) | 1 bis 3 Prozent |
| Auslieferungen 2026 | moderater Rückgang von 5 bis knapp 10 Prozent (zuvor: leichter Rückgang) |
| Freier Cashflow Automobile | weiterhin über 2,5 Milliarden Euro erwartet |
| Q3-Auslieferungen weltweit | 551.072 Fahrzeuge (minus 6,3 Prozent) |
| China Q3 | 114.355 Fahrzeuge (minus 24,8 Prozent) |
| Quartalszahlen Q3 | 4. November 2026 |
| Konzernchef | Milan Nedeljković |
Was BMW genau gesenkt hat
Der Kern der Warnung betrifft die Profitabilität des Autogeschäfts. Statt einer EBIT-Marge zwischen einem und drei Prozent – so die Prognose seit der ersten Gewinnwarnung im Juni 2026 – rechnet BMW nun nur noch mit einer Spanne von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent. Praktisch heißt das: Das Autogeschäft könnte 2026 mit einer schwarzen Null oder sogar mit einem leichten Verlust abschließen.
Auch bei den Auslieferungen wird BMW pessimistischer: Statt eines leichten Rückgangs erwartet der Konzern nun einen moderaten Rückgang von 5 bis knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stabil bleibt dagegen der Ausblick auf den freien Cashflow im Autogeschäft: Er soll weiterhin über 2,5 Milliarden Euro liegen – ein Hinweis darauf, dass die Margenbelastung vor allem auf Einmaleffekte zurückgeht und nicht auf einen Einbruch der laufenden Geldzuflüsse.
Warum BMW die Prognose senkt
Als Hauptgrund nennt BMW die Kosten des laufenden Konzernbaus. Das eigene Abfindungsprogramm und der Stellenabbau schlagen früher und stärker zu Buche als geplant. Hinzu kommt die vorzeitige Ausmusterung einiger älterer Elektromodelle. Auch die schwache Nachfrage in China belastet: Im dritten Quartal brachen die Auslieferungen dort um 24,8 Prozent auf 114.355 Fahrzeuge ein, während Europa (plus 2,7 Prozent) und die USA (plus 2,5 Prozent) zulegten.
Schon im Juni 2026 hatte BMW die Prognose erstmals gesenkt – damals von 4 bis 6 Prozent Marge auf 1 bis 3 Prozent, ebenfalls wegen China-Schwäche und geopolitischer Belastungen. Die Warnung vom November ist damit die zweite drastische Korrektur innerhalb von weniger als fünf Monaten.
Wie die Börse reagiert
Die Aktie gab nachbörslich um gut drei Prozent nach. Das ist bemerkenswert, weil die Belastungen aus dem Abfindungsprogramm und der Modellbereinigung herausgerechnet weiterhin eine Marge von mehr als zwei Prozent ergeben würden, wie BMW mitteilte. Der Markt straft dennoch die Unsicherheit ab – zumal Konzernchef Milan Nedeljković erst am Mittwoch die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt und dort weitere Details zum Umbau erläutern muss.
Langfristig bleibt das Ziel ehrgeizig: Bis Anfang der 2030er-Jahre soll die operative Marge im Autogeschäft wieder bei acht bis zehn Prozent liegen. Der Weg dorthin führt 2026 aber erst einmal durch ein Jahr, das für BMW nach eigener Einschätzung ein Jahr zum Vergessen wird.
Was das für Kunden und Beschäftigte bedeutet
Für Autokäufer ändert die Gewinnwarnung kurzfristig wenig: Modelle, Preise und Lieferzeiten sind davon nicht direkt betroffen. Für Beschäftigte ist die Botschaft dagegen deutlich: Der Stellenabbau über das Abfindungsprogramm läuft schneller als geplant, und die vorzeitige Einstellung älterer Elektromodelle zeigt, dass BMW sein Portfolio strafft. Details dazu will der Konzern mit den Quartalszahlen am 4. November liefern.
Häufige Fragen zur BMW Gewinnwarnung
Was ist eine Gewinnwarnung?
Eine Gewinnwarnung ist eine Ad-hoc-Mitteilung, mit der ein börsennotiertes Unternehmen seine zuvor genannte Gewinnprognose nach unten korrigiert – meist, weil sich die Geschäftsentwicklung schlechter darstellt als erwartet.
Warum hat BMW die Prognose gesenkt?
Hauptgründe sind die früher als geplant anfallenden Kosten für das Abfindungsprogramm und den Stellenabbau, die vorzeitige Ausmusterung älterer Elektromodelle sowie die schwache Nachfrage in China.
Droht BMW jetzt ein Verlust im Autogeschäft?
Rechnerisch ja: Die neue Margenprognose von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent schließt einen leichten operativen Verlust im Segment Automobile für 2026 nicht aus. Der freie Cashflow soll trotzdem über 2,5 Milliarden Euro liegen.
Wann legt BMW die Quartalszahlen vor?
Am Mittwoch, dem 4. November 2026, veröffentlicht BMW die Zahlen zum dritten Quartal 2026.
Ist das die erste BMW Gewinnwarnung 2026?
Nein, es ist bereits die zweite: Im Juni 2026 hatte BMW die Margenprognose schon einmal von 4 bis 6 Prozent auf 1 bis 3 Prozent gesenkt.
Weitere Details zur Meldung findest du in der Berichterstattung zur BMW-Gewinnwarnung.



